Web Analytics Kosten: Jenseits der Lizenzkosten

Zahlreiche Unternehmen tendieren dazu die Kosten für die Beschaffung, Implementierung und die laufenden Lizenzkosten eines Web Analytics Tool als einzige Kosten für Web Analytics zu betrachten. Die Auswahl eines Web Analytics Tools wird aufgrund dessen häufig als eine technische Entscheidung angesehen anstatt sie auch von der wirtschaftlichen Seite zu betrachten. Jedoch sollten auch andere wichtige Kosten beachtet werden, um die kompletten Betriebskosten zu erkennen und den ROI extrahieren zu können. Beispielsweise der Einsatz von professionellem Personal, der das Potenzial eines solchen Tools für den Geschäftserfolg nutzen kann.

Avinash Kaushik hat mit der 10/90-Regel bereits 2006 einen Denkanstoß in diese Richtung gegeben. Die 10/90-Regel besagt, dass 10% des Budgets in das Web Analytics Tool fließen und 90% in das Personal, welches sich mit Web Analytics beschäftigt. Im konkreten Fall müssten bei Kosten von 25 000 € pro Jahr für ein Tool, 225 000 € in Personal investiert werden, um das volle Potenzial des Tools nutzen zu können. Nach Kaushik sollten Unternehmen zunächst ein kostenloses Tool implementieren und das dadurch gesparte Kapital in Personal investieren, um den Erfolg der Website steigern zu können. Sobald die kostenlose Anwendung bei Steigerung des Geschäftserfolgs an ihre Grenzen stößt, kann in ein kostenpflichtiges Tool mit mehr Funktionen investiert werden.

Jedoch stößt diese Regel auch auf sehr viel Kritik unter Web Analysten, wie beispielsweise beim Chief Commercial Officer (CEO) der Webtrekk GmbH, Ralf Haberich. Dieser hält die 10/90-Regel für eine starke Übertreibung, stimmt jedoch zu, dass in jedem Fall der höhere Anteil des Budgets in das Personal investiert werden sollte. Seine Idee von der Zuteilung zwischen Kosten für Tool und Personal ist grafisch dargestellt zu sehen in der „Cost-Brain-Allocation by Haberich“.

Cost-Brain-Allocation by Haberich

Der Cost-Brain-Allocation-Graph zeigt, dass bei einer Website mit geringer Besucheranzahl weniger für ein Web Analytics Tool ausgegeben wird, der Anteil der Personalkosten dementsprechend sehr viel höher liegt. So wäre auch eine Verteilung von 0/100 bei einem kostenlosen Tool wie Google Analytics möglich. Je höher jedoch die Anzahl der Besucher einer Website wird, desto höher werden auch die Ausgaben für ein professionelles Tool und die Anteile am Budget gleichen sich immer stärker an.

In einem Punkt sind sich beide jedoch einig. Es ist nicht die Soft- oder Hardware, die eine Wertsteigerung durch den Einsatz von Web Analytics liefert, sondern das menschliche Kapital, welches dahinter steht.

Web Analytics zeigt seinen Wert erst durch die Menschen auf, die sich in dieses komplexe Thema vertiefen, analytisch und wirtschaftlich denken können und das genutzte Tool bis ins Detail kennen.

Autor: Alexander Berger

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